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Europa League Pokal – Trophäe, Design & Geschichte

Der Europa League Pokal: Design, Masse, Geschichte, Gravuren. Wer darf die Trophäe behalten?

Europa League Pokal – Trophäe aus Silber, Design und Tradition

Das begehrteste Silber Europas

Neben dem Champions-League-Pokal — dem „Henkelpott“ — ist der Europa-League-Pokal die begehrteste Trophäe im europäischen Vereinsfußball. Die silberne Trophäe mit ihren geschwungenen Linien und der markanten Form ist das Symbol eines Wettbewerbs, der seit über fünf Jahrzehnten Geschichte schreibt. Wer den Pokal in die Höhe stemmt, hat sich in einer langen und anspruchsvollen Saison gegen Dutzende von Gegnern durchgesetzt.

Der Europa-League-Pokal hat eine eigene Ästhetik, die sich deutlich vom Champions-League-Pokal unterscheidet. Während der „Henkelpott“ mit seinen großen Henkeln und seiner massiven Form Stärke und Tradition ausstrahlt, wirkt der Europa-League-Pokal eleganter und moderner. Dieser Artikel beleuchtet das Design, die Maße, die Geschichte und die Regeln rund um die Trophäe — einschließlich der Frage, wer den Pokal dauerhaft behalten darf.

Design und Maße

Der aktuelle Europa-League-Pokal wurde 2009 eingeführt, als der UEFA Cup in Europa League umbenannt wurde. Die Trophäe wurde vom Londoner Designstudio Asprey gestaltet, einem der renommiertesten Juweliere und Silberschmiede Großbritanniens. Das Design verbindet klassische Handwerkskunst mit einem modernen Formverständnis: Die geschwungene Silhouette erinnert an eine stilisierte Flamme oder eine Welle — ein Ausdruck von Dynamik und Bewegung.

Die Trophäe ist 65 Zentimeter hoch und wiegt rund 15 Kilogramm. Sie besteht aus Sterlingsilber und ist mit einer Goldschicht veredelt, die dem Pokal seinen charakteristischen warmen Glanz verleiht. Die Basis des Pokals ist breit und stabil, während sich die Form nach oben verjüngt und in einer eleganten Spitze endet. Die Proportionen sind so gewählt, dass der Pokal sowohl auf einem Sockel als auch in den Händen eines Spielers eindrucksvoll wirkt.

Das Design des Europa-League-Pokals spiegelt den Charakter des Wettbewerbs wider: modern, dynamisch, mit einem Hauch von Eleganz. Im Vergleich zum Champions-League-Pokal, der mit seiner massiven Form und den prominenten Henkeln Tradition und Autorität ausstrahlt, wirkt der Europa-League-Pokal leichter und zeitgemäßer. Die UEFA wollte mit dem Design bewusst eine eigenständige Identität schaffen — der Europa-League-Pokal sollte nicht wie eine kleinere Version des Champions-League-Pokals aussehen, sondern als eigenes Stück Sportkunst wahrgenommen werden.

Die Herstellung der Trophäe erforderte Hunderte von Arbeitsstunden. Jedes Detail — von den Gravuren auf der Basis bis zur Oberflächenbehandlung des Silbers — wurde von Hand ausgeführt. Das Ergebnis ist ein Pokal, der nicht nur ein sportliches Symbol ist, sondern auch ein Stück Kunsthandwerk, das den höchsten Qualitätsansprüchen genügt.

Geschichte der Trophäe

Die Geschichte der Europa-League-Trophäe beginnt nicht erst 2009, sondern reicht bis in die 1970er Jahre zurück. Der Vorgängerwettbewerb, der UEFA Cup, hatte einen eigenen Pokal, der von 1972 bis 2009 vergeben wurde. Die alte UEFA-Cup-Trophäe war schlanker und weniger auffällig als der heutige Pokal — ein schlichtes Stück Silber, das seine Wirkung vor allem durch die Namen der Sieger auf seiner Basis entfaltete.

Mit der Umbenennung zur Europa League 2009 wurde der alte Pokal in den Ruhestand geschickt und durch die neue Trophäe von Asprey ersetzt. Der Wechsel war Teil des umfassenden Rebrandings, das dem Wettbewerb eine neue visuelle und akustische Identität geben sollte. Die neue Trophäe wurde erstmals beim Finale 2010 überreicht — Atletico Madrid war der erste Verein, der den neuen Pokal in die Höhe stemmen durfte.

Seitdem hat die Trophäe zahlreiche denkwürdige Momente erlebt. Sevillas Spieler haben sie sieben Mal in Händen gehalten, Chelsea und Villarreal feierten mit ihr, und 2022 war es Kevin Trapp, der den Pokal für Eintracht Frankfurt in den Nachthimmel von Sevilla streckte. Jeder dieser Momente hat die Trophäe mit neuer Bedeutung aufgeladen — sie ist nicht nur ein Stück Metall, sondern ein Träger von Erinnerungen und Emotionen.

Die originale Trophäe wird bei jedem Finale überreicht und anschließend an die UEFA zurückgegeben. Der Siegerverein erhält eine maßstabsgetreue Replik, die er dauerhaft behalten darf. Die Originaltrophäe wird in der UEFA-Zentrale in Nyon aufbewahrt und nur für offizielle Anlässe — Finaltage, Auslosungen, Pressetermine — aus dem Tresor geholt.

Namen auf dem Pokal

Auf der Basis der Europa-League-Trophäe sind die Namen aller bisherigen Sieger eingraviert — eine Tradition, die den Pokal zu einem lebendigen Geschichtsbuch des Wettbewerbs macht. Jedes Jahr wird ein neuer Name hinzugefügt, und die Gravur verbindet die verschiedenen Ären des Wettbewerbs: Von den frühen UEFA-Cup-Siegern der 1970er Jahre über die Sevilla-Dynastie bis zu den jüngsten Champions wie Eintracht Frankfurt und Atalanta Bergamo.

Die Gravur folgt einem festen Format: Jahreszahl und Vereinsname, in chronologischer Reihenfolge auf der Basis des Pokals angeordnet. Mit jedem neuen Sieger wird die Liste länger, und irgendwann wird der Platz auf der aktuellen Basis knapp. In diesem Fall wird die UEFA die Basis erweitern oder eine neue Gravurfläche schaffen — ein Problem, das angesichts von über 50 Jahren Wettbewerbsgeschichte absehbar ist.

Für die Sieger hat die Gravur eine besondere Bedeutung: Der Name des eigenen Vereins auf einer europäischen Trophäe zu sehen, ist ein Moment, der über den sportlichen Erfolg hinausgeht. Es ist ein Stück Unsterblichkeit — ein Eintrag in die Geschichte des europäischen Fußballs, der auch in Jahrzehnten noch sichtbar sein wird. Für Vereine wie Eintracht Frankfurt, die 2022 ihren Namen auf den Pokal gravieren ließen, ist diese Inschrift ein Symbol für den größten Moment der jüngeren Vereinsgeschichte.

Auch die Jahreszahlen auf dem Pokal erzählen Geschichten. Die langen Reihen von „FC Sevilla“ — 2006, 2007, 2014, 2015, 2016, 2020, 2023 — illustrieren die beispiellose Dominanz des andalusischen Klubs. Die vereinzelten deutschen Einträge — Mönchengladbach 1975, 1979; Frankfurt 1980, 2022 — erinnern an die Höhepunkte des deutschen Fußballs in diesem Wettbewerb. Die Gravur ist ein physisches Geschichtsbuch, das man anfassen kann.

Wer darf den Pokal behalten?

Die UEFA hat klare Regeln für den Besitz der Europa-League-Trophäe. Der Siegerverein erhält den Originalpokal am Finaltag und darf ihn für eine begrenzte Zeit behalten — in der Regel bis zur nächsten Saison. Anschließend wird die Trophäe an die UEFA zurückgegeben, und der Verein erhält eine maßstabsgetreue Replik als dauerhaftes Erinnerungsstück.

Eine Sonderregel gilt für Vereine, die den Wettbewerb dreimal in Folge oder insgesamt fünfmal gewinnen: Sie dürfen den Originalpokal dauerhaft behalten. Der FC Sevilla hat diese Marke mit sieben Titeln längst überschritten und darf eine permanente Kopie der Trophäe in seiner Vitrine aufbewahren. Für alle anderen Vereine bleibt der Originalpokal ein Leihstück der UEFA — ein Pokal, den man für eine Saison halten, aber nicht für immer besitzen kann.

Diese Regelung unterscheidet sich von der Champions League, wo die Fünfmal-Regel ebenfalls gilt: Real Madrid, AC Mailand, Liverpool und Bayern München dürfen den „Henkelpott“ dauerhaft behalten. In der Europa League hat bisher nur Sevilla diesen Status erreicht — ein weiterer Beweis für die einzigartige Dominanz des andalusischen Klubs im Wettbewerb.

Die Repliken, die die Vereine erhalten, sind hochwertige Nachbildungen, die sich vom Original kaum unterscheiden lassen. Sie werden in Klubmuseen ausgestellt, bei Fanveranstaltungen präsentiert und dienen als ständige Erinnerung an den Titelgewinn. Für die Fans sind die Repliken ebenso wertvoll wie das Original — sie symbolisieren den Moment des Triumphs, unabhängig davon, ob das Stück Silber in ihren Händen das Original oder eine Kopie ist. In den Klubmuseen von Frankfurt, Sevilla oder Chelsea stehen diese Repliken als Zeugnisse europäischer Triumphe — stumme Erinnerungen an Nächte, die in die Geschichte eingegangen sind und die den Verein für immer verändert haben.