
Spannung in Nyon
Die Auslosung der Europa League gehört zu den spannendsten Momenten des Wettbewerbs. Wenn in Nyon die Kugeln gezogen werden, erfahren Teams, Trainer und Fans, welche Gegner in der nächsten Runde warten. Für Stuttgart und Freiburg sind die Auslosungen besonders relevant: Gegen wen geht es im Achtelfinale? Wer wartet im Viertelfinale? Und wie sieht der mögliche Weg bis ins Finale in Istanbul aus?
Die Europa League 2025/26 bringt mit dem neuen Ligaphase-Format eine veränderte Auslosungsmechanik. Die Ligaphase-Auslosung im Sommer legte die acht Gegner für jedes der 36 Teams fest, während die K.o.-Runden-Auslosungen den Turnierbaum ab dem Achtelfinale bestimmen. Dieser Artikel erklärt alle Auslosungstermine, die Regeln hinter der Ziehung und wo man die Auslosungen live verfolgen kann.
Die Auslosungen sind mehr als ein formaler Akt — sie setzen die Rahmenbedingungen für den gesamten weiteren Turnierverlauf und beeinflussen die Chancen jedes einzelnen Teams. Ein günstiges Los kann den Weg zum Finale ebnen, ein schwieriges Los die Saison frühzeitig beenden.
Alle Auslosungstermine 2025/26
Die Auslosungen der Europa League 2025/26 folgen einem festen Kalender, der von der UEFA zu Saisonbeginn festgelegt wird. Die Ligaphase-Auslosung fand bereits im August 2025 in Monaco statt und legte die acht Gegner für jedes der 36 Ligaphase-Teams fest. Diese Auslosung war die umfangreichste und komplexeste des gesamten Wettbewerbs, da sie Lostöpfe, Länderschutz und das neue Schweizer Modell berücksichtigen musste.
Die Playoff-Auslosung erfolgte am 31. Januar 2026, unmittelbar nach dem letzten Ligaphase-Spieltag. Hier wurden die 16 Playoff-Teilnehmer (Plätze 9 bis 24 der Ligaphase) in gesetzte und ungesetzte Teams eingeteilt und einander zugelost. Die Paarungen folgten einem festen Schema: Platz 9 oder 10 gegen Platz 23 oder 24, und so weiter. Die Auslosung bestimmte innerhalb dieser Paarungsgruppen, welches gesetzte Team auf welchen ungesetzten Gegner trifft.
Die Achtelfinale-Auslosung fand am 27. Februar 2026 statt — einen Tag nach den letzten Playoff-Rückspielen. Die acht Playoff-Sieger wurden als ungesetzte Teams den acht Ligaphase-Top-8-Teams zugelost. Anders als früher wurde in dieser Auslosung gleichzeitig der gesamte Turnierbaum bis zum Finale festgelegt. Das bedeutet: Jedes Team kennt nach der Achtelfinale-Auslosung seinen theoretischen Weg bis nach Istanbul.
Für das Viertelfinale und das Halbfinale gibt es keine separaten Auslosungen mehr — der Turnierbaum steht seit dem 27. Februar fest. Diese Änderung gegenüber dem alten Format sorgt für mehr Planungssicherheit bei den Vereinen und erhöhte Spannung bei den Fans, die den kompletten Turnierverlauf im Voraus überblicken können. Die Daten der Viertelfinal-Spiele liegen im April, die Halbfinals folgen im Mai, und das Finale findet am 20. Mai 2026 statt.
Alle Auslosungen werden am UEFA-Hauptsitz in Nyon durchgeführt — mit Ausnahme der Ligaphase-Auslosung, die traditionell im Rahmen einer größeren Veranstaltung in Monaco oder einer anderen europäischen Stadt stattfindet. Die Zeremonien beginnen in der Regel um 13:00 Uhr MEZ und dauern je nach Umfang zwischen 30 Minuten und einer Stunde.
Für die beteiligten Vereine sind die Auslosungstermine strategisch wichtig: Nach der Ziehung beginnt die taktische Vorbereitung auf den nächsten Gegner, und die Planungsabteilungen organisieren Reisen, Hotels und Ticketkontingente. Für die Fans markieren die Auslosungen den Beginn der Vorfreude auf die nächste europäische Runde — ein Moment, der Spekulationen, Diskussionen und Emotionen auslöst.
So funktioniert die Auslosung
Die Auslosungsregeln der Europa League sind komplex, folgen aber einem logischen System. In der Ligaphase-Auslosung wurden die 36 Teams in vier Lostöpfe eingeteilt, basierend auf dem UEFA-Klubkoeffizienten. Jedes Team wurde per Computerprogramm acht Gegnern zugelost — zwei aus jedem Lostopf. Dabei galt der Länderschutz: Teams aus demselben Landesverband konnten sich in der Ligaphase nicht treffen. In der Europa League 2025/26 waren laut UEFA.com 23 verschiedene Nationen vertreten — eine bemerkenswerte Vielfalt, die den paneuropäischen Charakter des Wettbewerbs unterstreicht.
Für die K.o.-Runden-Auslosungen gelten andere Regeln. In den Playoffs sind die Teams auf den Plätzen 9 bis 16 gesetzt, die Teams auf den Plätzen 17 bis 24 ungesetzt. Die gesetzten Teams haben Heimrecht im Rückspiel. In der Achtelfinale-Auslosung sind die Ligaphase-Top-8 gesetzt und die Playoff-Sieger ungesetzt — ebenfalls mit Heimrecht im Rückspiel für die gesetzten Teams.
Ab dem Viertelfinale gibt es keine Setzung mehr — der Turnierbaum, der bei der Achtelfinale-Auslosung festgelegt wurde, bestimmt die Paarungen. Das bedeutet, dass zwei Ligaphase-Top-8-Teams im Viertelfinale aufeinander treffen können, falls sie auf derselben Seite des Turnierbaums gelandet sind. Diese Transparenz ist ein Vorteil des neuen Formats: Jedes Team kennt seinen potenziellen Weg und kann entsprechend planen.
Die Auslosungen werden von einem UEFA-Offiziellen geleitet und von ehemaligen Spielern oder Trainern assistiert, die die Kugeln aus den Lostöpfen ziehen. Die Zeremonie wird live übertragen und von einem Moderator kommentiert, der die Paarungen erklärt und einordnet. Die gesamte Prozedur ist transparent und folgt strengen Regeln, um Manipulationen auszuschließen.
Wo läuft die Auslosung live?
Alle Auslosungen der Europa League werden live auf UEFA.com und dem UEFA-YouTube-Kanal übertragen — kostenlos und ohne Anmeldung. Für deutsche Zuschauer ist das die einfachste Möglichkeit, die Ziehung in Echtzeit zu verfolgen. Die Übertragung beginnt in der Regel einige Minuten vor der eigentlichen Auslosung mit einer Vorberichterstattung, die den Kontext erklärt und die möglichen Paarungen diskutiert.
RTL+ und Sky zeigen die Auslosungen ebenfalls, oft eingebettet in Sportsendungen oder als eigenständigen Livestream. Die Berichterstattung auf diesen Plattformen ist ausführlicher als auf UEFA.com, da deutsche Moderatoren die Auslosung aus Sicht der Bundesliga-Vereine kommentieren und die Konsequenzen für Stuttgart und Freiburg sofort einordnen.
Für Fans, die die Auslosung nicht live verfolgen können, bieten Kicker, Sport1 und andere deutsche Sportportale Live-Ticker an, die die Ergebnisse in Echtzeit aktualisieren. Die vollständigen Paarungen sind in der Regel innerhalb weniger Minuten nach Ende der Auslosung auf allen relevanten Plattformen verfügbar. Social-Media-Kanäle der UEFA, der teilnehmenden Vereine und der Sportmedien verbreiten die Ergebnisse zusätzlich — es ist praktisch unmöglich, die Auslosung zu verpassen, selbst wenn man nicht live zuschaut.
Die Auslosungszeremonien in Nyon haben ihren eigenen Reiz: Die Spannung beim Ziehen der Kugeln, die Reaktionen der anwesenden Klubvertreter und die sofortigen Analysen der Experten machen die Übertragung zu einem unterhaltsamen Ereignis — auch für Fans, deren Team nicht direkt betroffen ist.
Denkwürdige Auslosungen
Die Geschichte der Europa-League-Auslosungen ist reich an dramatischen Momenten und überraschenden Paarungen. Die Auslosung des Achtelfinales 2021/22 brachte Eintracht Frankfurt den FC Barcelona als Gegner — eine Paarung, die auf dem Papier eindeutig erschien, aber in einem der denkwürdigsten Europa-League-Spiele aller Zeiten mündete. Frankfurts Sieg im Camp Nou wurde durch die Auslosung erst möglich gemacht — und zeigt, wie eine einzige Kugel den Verlauf eines Wettbewerbs verändern kann.
Die Ligaphase-Auslosung im August 2025 war die erste ihrer Art im neuen Format. Das Computerprogramm, das die 36 Teams auf acht Gegner verteilte, arbeitete in Echtzeit — ein technisch anspruchsvoller Prozess, der live übertragen wurde und bei den Zuschauern für Faszination sorgte. Die Ergebnisse wurden Mannschaft für Mannschaft präsentiert, was die Spannung über die gesamte Dauer der Veranstaltung aufrechterhielt.
Für die laufende Saison 2025/26 war die Achtelfinale-Auslosung am 27. Februar besonders relevant: Stuttgart erfuhr, dass der Weg ins Viertelfinale über den FC Porto führt, während Freiburgs Los einen anderen Gegner brachte. Der festgelegte Turnierbaum ermöglicht es den Fans, den theoretischen Pfad ihres Teams bis nach Istanbul zu zeichnen — und zu träumen, dass die Auslosung den Grundstein für einen historischen Turnierverlauf gelegt hat.
Die Auslosungen der Europa League haben ihren festen Platz im Fußballkalender. Sie verbinden das Ende einer Turnierphase mit dem Beginn der nächsten und schaffen Momente, die in der Erinnerung der Fans überdauern. Ob günstiges oder schwieriges Los — die Reaktionen in den sozialen Medien, in den Vereinsforen und an den Stammtischen zeigen, wie sehr die Auslosungen den europäischen Fußball bewegen. Jede Kugel, die in Nyon gezogen wird, trägt eine Geschichte in sich — die Geschichte, die erst auf dem Platz geschrieben wird.